Schachklub Landshut steckt tief im Abstiegsschlamassel
Zu viele vertane Möglichkeiten
bescheren der Erste eine 3,5:4,5 Niederlage beim TSV Haunstetten.
Jürgen Schwetje setzte am Spitzenbrett mit dem geschlossenen Sizilianer ein wildes
Scharmützel in Gang. Sein mutiges Figurenopfer wurde aber nicht belohnt, denn der Einser
der Hausherren verwertete humorlos seinen Materialvorteil. Am zweiten Brett errichtete
Wolfgang Schmidt im Benoni komplexe Strukturen, deren Geheimnisse sein Gegner nicht
entschlüsseln konnte. Schließlich strich der Haunstettener mit Figur weniger und ohne
Bedenkzeit die Segel. Alexander Wist verlor am dritten Brett im Franzosen zwar einen
Bauern aber nie den Kopf. So erreichte er im Leichtfigurenendspiel mit zäher Verteidigung
noch den Remishafen. Am vierten Brett war Michael Nurbekoglu nach missglücktem
Eröffnungsexperiment verzweifelt um Schadensbegrenzung bemüht. Dabei übersah er im
Eifer des Gefechts, dass ihm sein Gegenüber mit einem hübschen Damenopfer nur die Wahl
zwischen Matt und Figurenverlust ließ, was den Landshuter zur sofortigen Aufgabe
veranlasste. Horst Schmaus geriet am fünften Brett trotz der klirrenden Kälte gegen die
Skandinavische Verteidigung zunächst nicht ins frösteln, sondern spielte seinen
Kontrahenten förmlich an die Wand. Doch statt mit einem auf der Hand liegende Zug den
Sack zuzumachen, folgte er mittels Turmopfer einer Matt-Fatamorgana. Diese schickte ihn
leider in die Wüste und der Punkt bleib im Schwabenland. Auch Joachim Siebert war am
sechsten Brett mit den schwarzen Steinen eigentlich immer Herr des Geschehens und
verwaltete wechselnde, viel versprechende Materialvorteile. Leider versäumte er es, die
Zinsen auch nachdrücklich einzufordern, sodass der Weiße nicht mehr zahlen wollte und
Siebert musste sich mit der Remisquote von 50% begnügen. Am siebten Brett setze Heinz
Kunz im Engländer konsequent den weißen Betonmischer in Gang und der Punkt war bald
geteilt. Andreas Strangmüller litt am achten Brett trotz solider slawischer Verteidigung
unter Platz- und haarsträubendem Bedenkzeitmangel. Es war schon kaum zu glauben, dass er
nicht durch Zeitüberschreitung verlor. Dass er aber nach dem Zeitnotdrama auch noch
sofort einen unaufhaltsamen Freibauern siegreich zur Dame verwandeln konnte glich schon
einem Wunder. Ein solches werden die Landshuter auch brauchen, wenn sie den Klassenerhalt
in der Landesliga Süd noch schaffen wollen.
Der Zweiten gelang in der Niederbayernliga gegen den SK Landau-Dingolfing keine
Gewinnpartie. Nach der 3:5 Niederlage behalten die Landshuter in der Tabelle weiter die
rote Laterne. |