Schachklub Landshut erkämpft 4:4 beim SF Starnberger See
Statt der Stammformation rollt die
Grippewelle. Am Ende hat die Notbesetzung sogar den Sieg vor Augen, doch die Gastgeber
springen der Ersten in letzter Sekunde noch von der Schippe. Mit dem Unentschieden belegen
die Landshuter aber immer noch den schönen dritten Platz in der Regionalliga Süd-Ost.
Jürgen Schwetje agierte am ersten
Bett gewohnt kompromisslos. Leider öffnete er damit nur Einfallschneisen für die
gegnerischen Figuren und nach verheerenden Materialverlusten war Schluss mit Lustig. Auch
am zweiten Brett Kampfschach pur. Aber hier hatte Andreas Neubauer nach einem intensiven
sizilianischen Duell am Ende das glücklichere Händchen und er schüttelte einen
unwiderstehlichen Mattangriff aus dem Ärmel. Gewohnt solide agierte Alexander Wist, der
am dritten Brett mit den weißen Steinen keine sizilianischen Gelüste aufkommen ließ.
Nach diesem sichern Unentschieden ging es an Brett vier wieder zur Sache. Horst Schmaus
und sein Gegenüber kannten nur ein Ziel: den feindlichen König. Dabei agierte Schmaus
einen Tick konsequenter und kam schneller an die Fleischtöpfe. Nach Springergewinn war
der Tag entschieden. Am sechsten Brett besaß Heinz Kunz immer eine schöne Initiative,
fand aber keinen Katalysator um sie umzumünzen. So war er schließlich mit Remis durch
Zugwiederholung zufrieden. Paul Westenthanner errichtete am achten Brett eigentlich eine
feine Caro-Kann-Festung. Doch irgendwie schlich sich die feindliche Dame durch die
Hintertür in seine Reihen und raubte einen Bauern zum Zwischenstand von 3:3. Und dann
wurde es hochdramatisch. Am siebten Brett hatte Andreas Strangmüller nach unorthodoxem
Beginn praktisch schon nach der Eröffnung fast seine ganze Bedenkzeit verbraucht und
trotzdem eine schwierige Stellung. Zum Glück für den Landshuter wurde aber sein
Kontrahent zunehmend nervös und überschritt selbst ohne Not die Zeitbegrenzung. Damit
hätte an Brett fünf ein weiteres Remis gereicht, doch Joachim Siebert schuf passend zum
königlichen Spiel eine unvergleichliche Reminiszenz an den Kini. Mit feinem
Positionsspiel hatte er das Reich seiner Figuren ausgeweitet und nach einem Schnitzer des
Kontrahenten formierten sich vor den Augen der Gäste die Gewinnschlösser in Form eines
Mehrläufers. Doch diese erwiesen sich nur als ein schönes Märchen, da Siebert dem
Starnberger völlig unnötig eine Bauernumwandlung gestattete und so den Tod am See fand
+.
In der Bezirksliga West holt die
Zweite souverän die Meisterschaft. In der letzten Runde ließen die Landshuter mit dem
6,5:1,5 gegen den SC Straubing 2 keine Zweifel mehr aufkommen. Die Siege von Josef
Schubert, Ivan Zahov, Ortwin Bock, Johannes Sadlo und Herbert Schuster sowie die Remisen
von Wolfgang Latzel, Reinhard Scholl und Philipp Sadlo sicherten den Wiederaufstieg in die
Niederbayernliga. |